(1)
In jedem von uns verbirgt sich ein Jedi.
Ein Jedi sieht und weiß alles.
Der Jedi befindet sich jenseits aller Polarität;
Licht und Dunkel, Gut und Böse, Freude und Schmerz sind für ihn keine Gegensätze.
Alles, was ein Jedi sieht, hat seinen Ursprung in der unsichtbaren Welt.
Die Natur spiegelt die wechselnden Stimmungen eines Jedis wider.
Der Jedi besitzt das Geheimnis der Unsterblichkeit.
(2)
Die Rückkehr des Magischen geht stets mit der Rückkehr der Unschuld einher.
Das Wesen eines Jedis ist die innere Wandlung.
(3)
Der Jedi sieht die Welt kommen und gehen, doch seine Seele befindet sich in den Gefilden des Lichts.
Die Kulissen wechseln, der Seher bleibt stets derselbe.
Der Körper ist nur der Ort, den unsere Erinnerungen Heimstatt nennen.
(4)
„Wer bin ich?“ ist die einzige Frage, die es wert ist, gestellt zu werden, und die einzige, die nie beantwortet wird.
Es ist unser Schicksal, unzählige Rollen zu spielen, doch diese Rollen sind nicht wir selbst.
Der Geist ist an keinen Ort gebunden, aber er hinterlässt einen Fingerabdruck, den wir Körper nennen.
Der Jedi hält sich nicht für ein örtlich begrenztes Ereignis, das von einer größeren Welt träumt.
Der Jedi ist eine Welt, die von örtlichen Ereignissen träumt.
(5)
Jedi glauben nicht an den Tod. Im Licht des Bewusstseins ist alles lebendig.
Es gibt weder Anfang noch Ende.
Für den Jedi sind dies nur mentale Konzepte.
Um das Leben voll auszuschöpfen, muss man für die Vergangenheit tot sein.
Moleküle sind Auflösung und Verfall preisgegeben, doch das Bewusstsein überlebt den Tod der Materie, die es als Vehikel benutzt.
(6)
Das Bewusstsein eines Jedis ist eine Dimension, die überall ist.
Die Ströme des Wissens in dieser Dimension sind unendlich und fließen immerdar.
Jahrhunderte des Wissens sind zu Augenblicken der Offenbarung verdichtet.
Unser Leben gleicht den Wellen, die den unendlichen Ozean der Energie kräuseln.
Wenn wir das Ego hintanstellen, finden wir Zugang zum universellen Gedächtnis.
(7)
Wenn die Tore der Wahrnehmung gereinigt sind, entdecken wir die unentdeckte Welt –
die Welt des Jedis.
In unserem Innern sprudelt eine Quelle des Lebens, die der Reinigung und Wandlung dient.
Reinigung bedeutet, sich der Gifte im Leben zu entledigen:
vergiftete Gefühle, vergiftete Gedanken, vergiftete Beziehungen.
Alle lebenden Körper, materiell und immateriell, sind verdichtete Energie, die wir unmittelbar wahrnehmen können.
(8)
Macht ist ein zweischneidiges Schwert.
Die Macht des Ego strebt nach Kontrolle und Dominanz.
Die Macht eines Jedi ist die Macht der Liebe.
Das Zentrum der Macht ist das innere Selbst.
Das Ego folgt uns wie ein dunkler Schatten.
Seine Macht vergiftet und macht süchtig, und sie wirkt letztlich zerstörerisch.
Der Widerstreit der universalen Mächte führt zu Ordnung und Harmonie.
(9)
Der Jedi lebt im Zustand der Erkenntnis.
Diese Erkenntnis bewirkt ihre eigene Erfüllung.
Die Dimension des Bewusstseins richtet sich an unseren Absichten und Vorsätzen aus.
Erkenntnis und Vorsätze sind Kräfte.
Was wir uns vornehmen, verändert die Dimension des Bewusstseins zu unserem Vorteil.
Vorsätze, die zu Worten verdichtet wurden, entfalten magische Kräfte.
Der Jedi versucht nicht, das Geheimnis des Lebens zu lüften.
Er lebt es.
(10)
Wir alle besitzen ein Schatten-Ich, das ein Element unserer gesamten Wirklichkeit darstellt.
Der Schatten ist nicht da, um uns zu verletzen, sondern um auf Unvollkommenheiten hinzuweisen.
Wenn wir den Schatten bereitwillig annehmen, kann er geheilt werden.
Wenn er geheilt ist, verwandelt er sich in Liebe.
Wenn wir gelernt haben, mit all unseren Widersprüchen zu leben, leben wir in Harmonie mit unserem Selbst – in der Welt des Jedis.
(11)
Der Jedi ist ein Meister der Alchemie.
Alchemie beinhaltet Verwandlung.
Mit der Alchemie beginnt die Suche nach Vollkommenheit.
Wir sind die Welt. Wenn wir uns verändern, wird sich auch die Welt verändern, in der wir leben.
Die Ziele der Suche
- Heldentum, Hoffnung, Tugend und Liebe –
sind ein Vermächtnis der Zeitlosigkeit.
(12)
Weisheit ist lebendig und deshalb immer unvorhersehbar.
Ordnung ist nur ein anderer Aspekt des Chaos;
Chaos ist ein anderer Aspekt der Ordnung.
Die Ungewissheit, die man im Innern verspürt, ist das Tor zur Weisheit.
Der Suchende wird stets von Ungewissheit begleitet –
er stolpert fortwährend, aber er fällt niemals.
Die menschliche Ordnung besteht aus Regeln.
Die Ordnung eines Jedis kennt keine Regeln –
sie passt sich dem natürlichen Strom des Lebens an.
(13)
Die Wirklichkeit, die wir erfahren, ist nur ein Spiegelbild unserer Erfahrungen.
Wenn wir jeden Tag die gleichen Bilder projizieren, ist auch unsere Wirklichkeit jeden Tag die gleiche.
Durch konzentrierte Aufmerksamkeit entstehen Ordnung und Klarheit aus Chaos und Verwirrung.
(14)
Jedi trauern nicht um einen Verlust, denn das einzige, was sie verlieren können, ist das Unwirkliche.
Wenn wir alles verlieren, bleibt das, was wirklich zählt.
Im Trümmerhaufen der Zerstörung und Katastrophen liegt ein verborgener Schatz.
Wenn man in die Asche blickt, sollte man genau hinschauen.
(15)
In dem Maße, in dem wir Liebe kennen, werden wir Liebe.
Liebe ist weit mehr als ein Gefühl.
Es ist eine Naturgewalt, und deshalb muss sie wahrhaftig sein.
Wenn wir das Wort Liebe aussprechen, erfassen wir vielleicht das Gefühl, aber das Wesen der Liebe lässt sich nicht in Worte kleiden.
Die reinste Form der Liebe finden wir dort, wo wir sie am wenigsten erwarten –
in der Ungebundenheit.
(16)
Jenseits von wachen, Träumen und Schlafen liegt die grenzenlose Dimension des Bewusstseins.
Der Jedi lebt in allen Zeiten zugleich.
Der Jedi erblickt unendlich viele Spielarten des gleichen Geschehens.
Die geraden Linien der Zeit sind in Wirklichkeit Fäden eines Netzes, das sich in die Unendlichkeit erstreckt.
(17)
Suchende gehen nie irre, weil ihnen die universale Urkraft stets den rechten Weg weist.
Suchende erhalten ständig Signale aus der Spirituellen Welt.
Gewöhnliche Sterbliche bezeichnen diese Hinweise als Zufall.
Für einen Jedi gibt es keine Zufälle. Jedes Ereignis enthüllt eine weitere Schicht der Seele.
Die elementare kosmische Kraft möchte mit uns in Kontakt treten.
Wenn wir die Einladung annehmen, müssen wir die Waffen ablegen.
Ausgangspunkt der Suche ist das eigene Herz.
In der unerforschten Höhle des Herzens ist die Wahrheit beheimatet.
(18)
Man kann Unsterblichkeit inmitten der Sterblichkeit erfahren.
Zeit und Zeitlosigkeit sind keine Gegensätze.
Das sie alles umfasst, hat die Zeitlosigkeit keinen Gegenpol.
Auf der Ebene des Ego kämpfen wir, um Probleme zu lösen.
Die kosmische Urkraft sieht, dass der Kampf das eigentliche Problem ist.
Der Jedi weiß um den Kampf zwischen Ego und Urkraft, aber er erkennt, dass beide unsterblich sind und nicht enden können.
Jeder Aspekt des Selbst ist unsterblich, selbst diejenigen, die wir mit besonders kritischen Augen betrachten.
(19)
Jedi verurteilen menschliche Sehnsüchte und Bedürfnisse nicht.
Nur weil sie selbst ihren Wünschen gefolgt sind, wurden sie, was sie sind.
Jede Sehnsucht entsteht aus einem früheren Bedürfnis.
Die Kette der Wünsche und Bedürfnisse hat kein Ende.
Sie ist das Leben selbst.
Wir sollten kein Bedürfnis als unnütz oder falsch erachten –
eines Tages wird sich jedes einzelne erfüllen.
Bedürfnisse und Wünsche sind Saatkörner;
sie gehen auf, wenn die Zeit reif dafür ist.
Aus einem einzigen Saatkorn können ganze Wälder erwachsen.
Bewahre jeden Wunsch in deinem Herzen, wie unwichtig er auch scheinen mag.
Eines Tages werden diese Wünsche der Weg zur Urkraft sein.
(20)
Der größte persönliche Beitrag, den wir der Welt leisten können, besteht darin, ein Jedi zu werden.